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Immobilie auf Sylt privat verkaufen? Versuchen können Sie es ja mal …

Ein paar Fotos mit dem Handy, eine Anzeige ins Internet, Preis daneben – und dann warten, bis jemand die Immobilie kauft.

So schwer kann das schließlich nicht sein.

Und tatsächlich: Eine Immobilie auf Sylt kann man selbstverständlich privat verkaufen. Man kann auch sein Auto selbst reparieren, die Steuererklärung ohne Berater machen und beim nächsten Umzug auf Freunde mit einem Anhänger setzen.

Manchmal funktioniert es sogar erstaunlich gut.

Die interessantere Frage lautet deshalb nicht:

„Kann ich meine Immobilie privat verkaufen?“

Sondern:„Erziele ich damit das Ergebnis, das ich erzielen könnte?“

Sylter Reetdachhaus

Der Privatverkauf beginnt meistens sehr entspannt

Sie kennen Ihre Immobilie.

Sie wissen, was Sie einmal dafür bezahlt haben.

Sie wissen, was der Nachbar angeblich bekommen hat.

Und bei ImmobilienScout stehen drei vergleichbare Wohnungen für 850.000 Euro.

Also setzen wir einmal 895.000 Euro an.

Verhandeln kann man schließlich immer noch.

Damit beginnt häufig die erste Phase eines Privatverkaufs auf Sylt.

Die zweite folgt einige Wochen später:

„Eigentlich erstaunlich, dass sich niemand meldet.“

Dann kommen die ersten Preisreduzierungen.

895.000 Euro.

849.000 Euro.

799.000 Euro.

Und plötzlich trägt das Objekt im Internet eine kleine, für Kaufinteressenten sehr interessante Geschichte mit sich herum.

Denn der Markt vergisst wenig.

Der richtige Preis ist nicht der höchste Preis

Gerade auf Sylt liegen zwischen Angebotspreis, Wunschpreis und tatsächlich erzielbarem Kaufpreis manchmal erstaunlich viele Quadratmeter Luft.

Ein hoher Startpreis klingt zunächst attraktiv.

Er kann allerdings genau das Gegenteil bewirken.

Eine Immobilie, die monatelang am Markt steht und mehrfach reduziert wird, verliert nicht automatisch an Wert – aber häufig an Wirkung.

Interessenten beginnen sich zu fragen:

Warum ist sie noch da?

Was stimmt mit ihr nicht?

Wie weit geht der Verkäufer noch herunter?

Die bessere Strategie ist deshalb nicht, irgendeinen möglichst hohen Preis aufzurufen.

Sondern den Markt so gut zu kennen, dass man einen Preis festlegt, der ambitioniert und nachvollziehbar ist.

„Die Fotos mache ich selbst.“

Natürlich.

Handy hoch.

Weitwinkel an.

Bettdecke richten.

Und vielleicht noch schnell den Wäscheständer aus dem Bild schieben.

Fertig ist das Immobilienmarketing.

Nur leider kaufen Menschen Immobilien nicht ausschließlich nach Quadratmetern.

Sie kaufen Räume, Atmosphäre, Licht, Lage und vor allem eine Vorstellung davon, wie es wäre, dort selbst zu wohnen.

Eine gute Immobilienpräsentation soll deshalb nichts schönreden.

Aber sie sollte das Schöne auch nicht erfolgreich verstecken.

Dann klingelt das Telefon

Das ist zunächst erfreulich.

Weniger erfreulich ist, dass nicht jeder Anrufer automatisch Käufer ist.

„Ist am Preis noch etwas zu machen?“

„Warum verkaufen Sie?“

„Was war Ihr letzter Preis?“

„Wie hoch sind Ihre Schulden auf der Wohnung?“

„Kann ich Samstag um 7:30 Uhr einmal kurz vorbeikommen?“

Und natürlich der Klassiker:

„Wir sind gerade auf der Insel und würden in 20 Minuten einmal schauen.“

Privatverkäufer müssen plötzlich gleichzeitig Makler, Terminplaner, Verkäufer, Immobilienbewerter und manchmal auch Fremdenführer sein.

Besichtigungen sind noch keine Kaufinteressenten

Eine volle Besichtigungsliste sieht gut aus.

Entscheidend ist aber nicht, wie viele Menschen durch eine Wohnung laufen.

Entscheidend ist, wer tatsächlich kaufen kann und kaufen will.

Wir versuchen deshalb früh zu klären:

Passt die Immobilie überhaupt zum Interessenten?

Ist die Finanzierung grundsätzlich darstellbar?

Sucht der Interessent Kapitalanlage, Ferienwohnung oder Eigennutzung?

Welche Punkte sind kaufentscheidend?

Und gibt es bei einer Sylter Immobilie Besonderheiten bei Nutzung, Vermietung oder Eigentumsstruktur?

So wird aus einer Besichtigung idealerweise keine touristische Nebenveranstaltung.

Sylt ist nicht irgendein Immobilienmarkt

Auf der Insel entscheiden Details.

Eine genehmigte Ferienvermietung kann erheblichen Einfluss auf die Nachfrage haben.

Ein eigenes Grundbuch kann relevant sein.

Ebenso Stellplatz, Nutzungsmöglichkeiten, Teilungserklärung, Gemeinschaftseigentum, Lage im Gebäude, Vermietbarkeit und Zustand.

Manchmal unterscheiden wenige Meter Lage zwei Immobilien stärker als zehn Quadratmeter Wohnfläche.

Wer hier verkauft, sollte deshalb nicht nur seine eigene Wohnung kennen.

Er sollte vor allem den Markt rundherum kennen.

„Aber dann spare ich doch die Maklerprovision.“

Das kann stimmen.

Zumindest auf den ersten Blick.

Die Rechnung sollte allerdings vollständig sein.

Entscheidend ist nicht, welche Provision Sie sparen.

Entscheidend ist, welcher Nettoerlös am Ende tatsächlich auf Ihrem Konto landet.

Wenn ein professionell vermarktetes Objekt beispielsweise einen besseren Verkaufspreis erzielt, schneller verkauft wird oder Preisnachlässe besser abgewehrt werden können, sieht die Rechnung möglicherweise ganz anders aus.

Ein Makler kostet Geld.

Ein schlechter Verkaufsprozess allerdings auch.

Nur steht dafür später keine eigene Position auf der Notarabrechnung.

Was ein guter Makler eigentlich verkaufen sollte

Nicht Quadratmeter.

Nicht Balkone.

Nicht Einbauküchen.

Und idealerweise auch nicht sich selbst.

Ein guter Makler verkauft Vertrauen in eine Kaufentscheidung.

Dazu gehören eine realistische Bewertung, eine professionelle Präsentation, Reichweite, Interessentenqualifizierung, Besichtigungen, Verhandlungen und eine Begleitung bis zum Notartermin.

Und manchmal gehört auch dazu, einem Eigentümer zu sagen:

„Diesen Preis wird der Markt wahrscheinlich nicht bezahlen.“

Das ist nicht immer die angenehmste Aussage.

Aber häufig die wertvollste.

Und wenn Sie trotzdem privat verkaufen möchten?

Dann sagen wir:

Versuchen können Sie es ja mal.

Stephan-Rudloff
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Ein Makler kostet Geld.

Ein schlechter Verkaufsprozess allerdings auch.

Vielleicht fotografieren Sie hervorragend, lieben Verkaufsverhandlungen und beschäftigen sich ohnehin jeden Abend mit dem Sylter Immobilienmarkt.

Dann stehen die Chancen gar nicht schlecht.

Und falls Sie irgendwann feststellen, dass Immobilienverkauf doch etwas mehr ist als eine Anzeige und ein Wohnungsschlüssel:

Sie wissen ja, wo Sie uns finden.

Stephan Rudloff

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