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Die Beurkundung ist der entscheidende Moment beim Immobilienkauf – hier wird vorgelesen, erklärt, gefragt und am Ende unterschrieben.

Der Notartermin ist nur der Anfang. Wer auf Sylt eine Immobilie kauft, unterschreibt nicht einfach einen Vertrag – er startet einen Prozess, bei dem nach dem Termin noch einige wichtige Schritte folgen. Von der Grunderwerbsteuer über den Grundbucheintrag bis zur Finanzierung: Wer weiß, was auf ihn zukommt, behält den Überblick – und kann sich schneller auf das Wesentliche freuen: das neue Zuhause auf der Insel Sylt.

Reetdachhaus auf Sylt

Was beim Notartermin wirklich passiert

Der große Moment beim Immobilienkauf ist oft erstaunlich unspektakulär: Sie sitzen beim Notar, bekommen den Kaufvertrag vorgelesen und unterschreiben.

Das Vorlesen dauert in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten. Klingt trocken – ist aber wichtig. Denn genau jetzt ist der Zeitpunkt, um Fragen zu stellen. Und zwar so lange, bis Sie verstanden haben, was Sie unterschreiben.

Unser wichtigster Rat: Unterschreiben Sie nichts, was Ihnen unklar ist. Der Notar ist nicht dazu da, den Termin möglichst schnell hinter sich zu bringen. Er soll sicherstellen, dass beide Seiten wissen, worauf sie sich einlassen.

Am Ende unterschreiben Käufer, Verkäufer und Notar. Damit sind Sie allerdings noch nicht automatisch Eigentümer. Der Kaufprozess geht danach erst richtig in die nächste Runde.

Die drei Gs nach dem Notartermin

Grunderwerbsteuer, Grundbuch, Grundschuld: Diese drei Themen sollten Sie nach der Unterschrift auf dem Schirm haben.

1. Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer wird je nach Bundesland unterschiedlich hoch berechnet. In Bayern sind es 3,5 Prozent des Kaufpreises, in Nordrhein-Westfalen beispielsweise 6,5 Prozent.

Wichtig: Die Steuer muss bezahlt sein, bevor das Finanzamt die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellt. Erst danach kann die Eigentumsumschreibung im Grundbuch erfolgen.

2. Grundbuch

Bis Sie offiziell als Eigentümer eingetragen sind, schützt Sie die Auflassungsvormerkung. Sie wird im Grundbuch eingetragen und sichert Ihren Anspruch auf die Immobilie.

Für den Verkäufer bedeutet das: Die Immobilie kann nicht einfach noch einmal an jemand anderen verkauft oder mit weiteren Rechten belastet werden.

Bei bestimmten Verkäufen innerhalb der Familie kann auf die Auflassungsvormerkung verzichtet werden. Das kann Kosten sparen – sollte aber immer vorher mit dem Notar besprochen werden.

3. Grundschuld

Wer eine Immobilie finanziert, kommt an der Grundschuld kaum vorbei. Die klassische Hypothek spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Banken sichern ihr Darlehen in der Regel über eine Grundschuld ab.

Was passiert, wenn die Kreditraten nicht mehr bezahlt werden können? Im schlimmsten Fall kann die Bank die Zwangsversteigerung der Immobilie betreiben. So weit kommt es allerdings nicht von heute auf morgen. Zwischen ersten Zahlungsschwierigkeiten und einer möglichen Versteigerung liegen normalerweise viele Schritte und meist deutlich mehr als zwölf Monate.

Deshalb gilt: Sobald Sie merken, dass die Finanzierung eng wird, sprechen Sie mit Ihrer Bank. Frühzeitiges Handeln ist fast immer besser, als Briefe und Mahnungen auszusitzen.

Nach dem Notar kommen weitere Kosten

Mit der Unterschrift ist der Kaufpreis noch lange nicht die einzige finanzielle Belastung. Gerade in dieser Phase unterschätzen Käufer häufig, was zusätzlich auf sie zukommt.

Neben Maklerprovision, Notar- und Grundbuchkosten sollten Sie vor allem die laufenden Kosten im Blick behalten. Ein Klassiker: Sie zahlen weiterhin Miete, während gleichzeitig schon die erste Rate für die Immobilienfinanzierung anfällt.

Dazu kommen häufig Ausgaben, die auf den ersten Blick klein wirken, sich aber schnell summieren: Umzug, neue Möbel, Renovierungen, Küche oder kleinere Reparaturen.

 

Stephan-Rudloff
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Planen Sie deshalb nicht auf Kante. Eine finanzielle Reserve macht den Unterschied zwischen „Wir können uns das leisten“ und „Wir haben uns das schön gerechnet“.
Stephan Rudloff

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